Ihnke Siebert/ April 16, 2026/ Uncategorized

Kunst und Handwerk – Die Techniken des 18. Jahrhunderts

Internationale Fachtagung an der Universität Stuttgart in Kooperation mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach, 16. bis 18. September 2024
Veranstalterinnen: PD Dr. Kristin Eichhorn/Prof. Dr. Sandra Richter

Im 18. Jahrhundert wandeln sich Begriff und Einsatz dessen, was in der Antike techne hieß und handwerkliche Arbeitstechniken bezeichnete. Wissensgebieten differenzieren sich aus; technische Dinge werden erfunden, darunter die Dampfmaschine von James Watt. Die Brüder Montgolfier führen ihre Flugexperimente durch, neue Drucktechniken entstehen. Mit der zunehmenden Profilierung von Kunst als eigenständigem Funktionssystem mit eigenen Regeln, das sich dezidiert von anderen abgrenzt, wird die alte Koppelung von Kunst und Handwerk, die im techne-Begriff steckt, neu reflektiert. Zugleich legen neue Techniken ein verändertes Justieren der Zusammenhänge von Kunst und Technik nahe, auch im Einzelfall und mit Blick auf das parallele Weiterlebens ‚alter‘ Techniken. In Verbindung mit diesen Entwicklungen entdeckt das 18. Jahrhundert auch den Fortschritt als Chance und Problem: Galt zuvor die Nachahmung der Alten als wünschenswert – bei gleichzeitigem Vorantreiben neuer Techniken –, so kritisiert Rousseau die Zivilisation überhaupt und provoziert damit. Ihm gilt der Naturzustand als Ideal; er und seine Anhänger kritisieren (allgemein gesagt) das allzu Kultivierte, Menschengemachte, darunter die Techniken im alten und neuen Sinne.
Die Tagung möchte diesen Konstellationen und Konfliktfeldern aus interdisziplinärer Perspektive nachgehen, neben den handwerklichen und maschinellen Techniken auch exemplarische ‚Alltagstechniken‘ des 18. Jahrhunderts – des Malens, Lesens, Schreibens, Klavierspielens usw. – näher beleuchten. Ein besonderer Schwerpunkt soll dabei auf den historischen Sammeltechniken liegen. Darüber hinaus gilt es, die technischen Möglichkeiten zur Erforschung des 18. Jahrhunderts in den Blick zu nehmen und somit eine Schnittstelle zu den Digital Humanities zu eröffnen.

Tagungsprogramm (PDF)
Plakat (PDF)