Meldungen

Rückblick auf die Tagung “Kampfbegriff ‘Aufklärung’. Intellektuelle Strategien und transkulturelle Kontroversen”, organisiert von Dr. Johannes Birgfeld; Prof. Dr. Stephanie Catani; apl. Prof. Dr. Anne Conrad, Universität des Saarlandes, Saarbrücken 30.9. bis 2.10.2020. PDF


CARSTEN ZELLE ZUM EHRENMITGLIED DER DGEJ ERNANNT

Auf der Mitgliederversammlung am 17. September 2020 erhielt Prof. Dr. Carsten Zelle, der langjährige Herausgeber der Zeitschrift Das achtzehnte Jahrhundert (DAJ), seine Ernennungsurkunde. Der Präsident der Gesellschaft, Prof. Dr. Jürgen Overhoff, würdigte in einer Laudatio Zelles große Verdienste. Unter seiner Herausgeberschaft entwickelte sich die DAJ vom Mitteilungsblatt zum weithin geachteten Journal der wissenschaftlichen Forschung.



NEUER VORSTAND GEWÄHLT

Auf der Mitgliederversammlung am 17. September 2020 in Halle (Saale) wurde der neue Vorstand mit großer Mehrheit von den anwesenden Mitgliedern der Gesellschaft gewählt. Im Amt des Präsidenten bestätigt wurde Prof. Dr. Jürgen Overhoff; Prof. Dr. Iwan-Michelangelo d’Aprile, zuvor Schriftführer, wurde zum Vizepräsidenten gewählt; neue Schatzmeisterin ist Dr. Sylke Kaufmann; Schriftführer wurde Prof. Dr. Markus Friedrich; Dr. Kristin Eichhorn und Dr. Frank Grunert untertützen den Vorstand erneut als Beisitzer/in; PD Dr. Vanessa de Senarclens wurde erstmals als Beisitzerin gewählt.

Ausgeschieden sind Prof. Dr. Claus-Dieter Osthövener (Vizepräsident), Dr. Ute Pott (Schatzmeisterin), Prof. Dr. Rotraud von Kulessa (Beisitzerin). Der Vorstand und die Geschäftstelle danken für die fruchtbare gemeinsame Arbeit.



SILVAN MOOSMÜLLER: Von der himmlischen Harmonie zum musicalischen Krieg. Semantik der Stimmung in Musik und Literatur 1680-1740

In der Reihe »Das achtzehnte Jahrhundert. Supplementa« erschien soeben im Wallstein Verlag Band 28 über die musikalischen Wurzeln von »Stimmung« zwischen Sphärenharmonie und physiologischer Ästhetik.

MITGLIEDERVERSAMMLUNG 2020 DER DGEJ

Am 17. September 2020, 18.30 Uhr, findet im Freylinghausensaal der Franckeschen Stiftungen (Franckeplatz 1, Haus 1, 06110 Halle/Saale) die jährliche Mitgliederversammlung der DGEJ im Rahmen der Jahrestagung »Die Bilder der Aufklärung« statt.

DAS ACHTZEHNTE JAHRHUNDERT

Im Mai erschien Heft 1 des Jahrgangs 44/2020 der Zeitschrift »Das achtzehnte Jahrhundert« der DGEJ mit einem umfangreichen Rezensionsteil und den folgenden Beiträgen: Alexander Bitzel: Gelehrtenfreundschaft und Netzwerkarbeit in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts am Beispiel der Briefe von Johann Lorenz von Mosheim und Gabriel Wilhelm Goetten an Johann Christoph Gottsched. – Heinrich Bosse: Zwei Hauslehrer und sechs Adelshaushalte. Johann Christian Müller (1720–1772) in Pommern und Johann Wilhelm (von) Krause in Livland (1757–1828). – Vanessa de Senarclens: Spinoza in Hinterpommern: Ein wiederaufgetauchter Bibliothekskatalog von 1756 in kulturwissenschaftlicher Perspektive. – Jeff Loveland: Copying into Zedler’s Universal Lexicon: The Lessons of 150 Articles from Walch’s Philosophisches Lexicon. – Jörn Steigerwald: Vergleichende Kulturanthropologie nach dem anthropologischen Schlaf: Charles-Victor de Bonstettens L’homme du Midi et l’homme du Nord. Die Liste der für eine mögliche Rezension eingegangenen Bücher finden Sie auch: hier

WELTENSAMMELN. Johann Reinhold Forster und Georg Forster

In der Reihe »Das achtzehnte Jahrhundert. Supplementa« erschien im Wallstein Verlag Band 27, herausgegeben von Elisabeth Décultot, Jana Kittelmann, Andrea Thiele und Ingo Uhlig, zur Materialitätsgeschichte der Aufklärung anhand der Sammelpraxis von Vater und Sohn Forster.


Termine

Termin Informationen:

  • Di
    03
    Nov
    2020
    Mo
    25
    Jan
    2021

    Globaler Antisemitismus und die Dialektik der Aufklärung, Vortragsreihe des IZEA und des Seminars für Judaistik/Jüdische Studien (MLU Halle/Saale)

    6:00 pmChristian-Thomasius-Zimmer des IZEA/online

    Globaler Antisemitismus und die Dialektik der Aufklärung

    Der Zivilisationsbruch der Shoa hat stark divergierende Erklärungen erfahren. In Bezug auf die Aufklärung wird er sowohl als Reaktion auf sie im Sinne eines Gegenschlages wie auch als ihre logische Konsequenz gedeutet. In der zweiten Lesart bilden Rassismus, Irrationalismus und antisemitische Gewalt integrale Bestandteile der westlichen Rationalität.

    In der internationalen Aufklärung, dem deutschen Idealismus oder der Romantik en bloc einen antisemitischen Kern ausmachen zu wollen, scheint ein zweifelhaftes Unterfangen. So unterschiedliche Autoren wie Gotthold Ephraim Lessing, Wilhelm von Humboldt, Friedrich Schlegel und sogar der theologisch explizit antijudaistisch argumentierende Hegel waren Befürworter der Judenemanzipation. Die Erklärung für den Judenmord darf man weder nur historisierend in der Geschichte des 20. Jahrhunderts noch in einem sich aus der Aufklärung speisenden Determinismus suchen. Wie aber lässt sich ein erkenntnisstiftendes Verhältnis zwischen diesen beiden Erklärungsmodellen herstellen?

    Wie lässt sich die vage Einsicht schärfen, dass die westliche Tradition der Aufklärung durchaus etwas mit den Gewaltexzessen des 20. Jahrhunderts zu tun hat, aber auch ein wichtiges Instrumentarium ist, um solche Exzesse zu bekämpfen? Horkheimer und Adorno haben die Grenzen der Aufklärung wesentlich in deren Reduktion auf eine Rationalität gesehen, die in einer exkludierenden ökonomischen Verwertungslogik gipfelt. Ihrer Dialektik der Aufklärung zufolge werden legitime, aber unerreichte Erwartungen und Hoffnungen der Menschen im Antisemitismus verkapselt. Hat also die Aufklärung selber einen wesentlichen Anteil daran, große Hoffnungen geweckt zu haben, die für zahlreiche Menschen nicht in Erfüllung gegangen sind? Gleichwohl zielt Horkheimers und Adornos Dialektik der Aufklärung nicht auf ihren Widerruf, „denn Rettung der Aufklärung ist unser Anliegen“. Es wirkt abstrus, wenn sich der hallische Attentäter vom 9. Oktober 2019 oder andere Antisemiten in ihren Schriften – den Turner Diaries, Breiviks Manifest oder den Incel-Foren des Internets – als weiße Männer viktimisieren. Es gilt aufzuklären, warum dies neben Widerspruch auch – verstörende – Resonanz erzeugen kann.

     

    Organisation und Leitung: Prof. Dr. Ottfried Fraisse, Prof. Dr. Jörg Dierken und
    Prof. Dr. Daniel Fulda

    Die Vorträge finden im Christian-Thomasius-Zimmer des IZEA statt, Beginn ist 18 Uhr c.t.

    Programm

    Es ist vorgesehen, sowohl die Live- als auch die Video-Vorträge im Rahmen einer Videokonferenz zu übertragen. Dazu ist eine Voranmeldung an celine.fiedler@izea.uni-halle.de erforderlich.